Preiserhöhung ab 01.05.2022

27.04.2022      By Klaus Peter      Kommentare deaktiviert für Preiserhöhung ab 01.05.2022

Ankündigung Preiserhöhung

Liebe Gäste,

aktuell weht uns in der Hotellerie ein rauer Wind entgegen. 2 Jahre Corona Pandemie, die wir erfolgreich umschifft haben und jetzt die Ukraine Kriese und noch nicht absehbare Folgen für uns alle. In vielen Bereichen laufen uns jetzt die Kosten davon.

Unsere Einsparungspotenziale sind ausgeschöpft und können nur noch durch Preiserhöhungen aufgefangen werden. Wenn man unterschiedlichen Volkswirten glaubt, haben wir die Spitze der Inflation noch nicht erreicht, obwohl zum Stand März 2022 in Österreich und auch Südtirol bereits eine Verbraucherpreisinflation zum Vorjahr von 6,8% verbucht wurde, in Europa lag sie sogar bei 7,5%. Das heißt für uns als Bürger, dass unser Leben im Schnitt um 6,8% teurer wurde als im Vorjahr.

Wir sind in folgenden Bereichen besonders betroffen:

Mitarbeiterkosten – Mangel an Fachkräfte lässt die Kosten mittelfristig zusätzlich steigen

Den größten Kostenblock mit mittlerweile durchschnittlich über 35% der Gesamterlöse machen die Mitarbeiterkosten aus. Neben den zu erwartenden inflationsbedingten Steigerungen setzt uns auch der aktuelle Fachkräftemangel ordentlich zu. Auch das Fehlen von zwei „Lehrlingsjahren“ zeigt sich bei vielen Betrieben bereits diese Wintersaison. Welche Steigerungen auf die Hotellerie zukommen werden, signalisiert beispielsweise auch der aktuell beschlossene Mantelvertrag in Deutschland. Demnach gibt es im Gastgewerbe bis Oktober eine zweistufige Lohnerhöhung um insgesamt 10% in allen Tarifgruppen. Laut Aussendung der Gewerkschaften sollen für die untersten Lohngruppen die Löhne bis Juni 2023 sogar um insgesamt 29,8% steigen (Quelle: AHGZ).

 

Baukosten – aktuell ein Fass ohne Boden beim zweitgrößten Kostenfaktor der Hotellerie

Die Baukosten sind laut Statistik Austria innerhalb eines Jahres um mehr als 13% und lt. Baukostenindex innerhalb der letzten 5 Jahre sogar um 27% gestiegen. Experten rechnen auch hier aufgrund des Rohstoffmangels, aber auch der Lieferkettenprobleme zumindest kurzfristig mit weiteren Steigerungen. Man merkt dies bereits an fehlenden Fixpreis-Garantien bei Ausschreibungen. Dennoch war ein regelrechter Bauboom zu verzeichnen. Kein Wunder, denn die Produkt-Lebenszyklen in der Hotellerie werden immer kürzer und ohne Investitionsimpulse können sich Tourismusbetriebe mittelfristig nur schwer am Markt halten.

Für Ersatzinvestitionen oder nur Ersatzteile warten wir oft 2-3 Monate oder auch noch länger.

Energiekosten – ein in Vergessenheit geratener Kostenblock

Die Energiekosten haben trotzt vieler Investitionen in Nachhaltigkeit und Energiesparmaßnahmen in der Vergangenheit je nach Betriebstyp, Ausstattung und thermischen Standard durchschnittlich bis zu 5% und damit einen beträchtlichen Teil unseres Gesamtumsatzes in der Hotellerie wortwörtlich „verbrannt“.

Glücklicherweise sind wir an der Bioenergie Kleinwalsertal angeschlossen, wo eine moderate Erhöhung im Rahmen bleibt. Hier hat sich unser weitsichtiges Engagement für das Hackschnitzelwerk jetzt bezahlt gemacht, da wir kein Öl mehr benötigen. Die Entscheidung in der Küche von Gas auf Strom (+50%) umzusteigen haben wir schon vor der Ukraine Krise getroffen. Gas (+260%) wird derzeit nur noch im Wäschebereich benötigt. Ein Vorkrisen-Niveau ist bei den Energiekosten nicht in Sicht.

Lebensmittel – variable Kosten mit Sprengkraft in der Hotellerie und Gastronomie

Marktdominierende Diskonter kündigen in Presseaussendungen empfindliche Preissteigerungen bei einzelnen Produkten wie Milch, Getreide und Fleisch von bis zu 25% an. Auch hier sind Konsumentenpreise ein wichtiger Indikator, die sich längst auch bei den Wareneinsätzen im Hotel bemerkbar machen. Mit einem Kostenanteil von bis zu 15% im Hotel und sogar 30% in der Gastronomie schlagen sich Erhöhungen beim größten variablen Kostenblock direkt auf das Betriebsergebnis. Für eine direkte Weitergabe der Kosten an unsere Gäste, also entsprechende Preissteigerungen, fehlte in unserer Branche leider oft der Mut. Wir möchten an unsere Qualitätsvorgaben nicht rütteln und werden weiter unsere lokalen Partner und ihre Betriebe unterstützen. 

Zinsen – das beinahe vergessene Damoklesschwert unserer Branche

Viele Experten rechnen nicht zuletzt aufgrund der hohen Inflation mittelfristig wieder mit einem Anstieg der Zinsen. Erste Anzeichen gibt es schon in steigenden Zinsaufschlägen und höheren Fixzinsen, die in der Regel vom zuletzt leicht gestiegenen Refinanzierungszins der Banken abhängig sind.

Fazit: Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist!

Die aktuelle Kostenexplosion frisst nicht zuletzt durch bereits im Vorjahr festgelegter Zimmerpreise die Profitabilität unserer Tourismusbetriebe regelrecht auf.  Wir müssen ab 01.05.2022 die  Preise für noch nicht verkaufte Zimmer für den aktuellen Sommer, aber in weiterer Folge auch für den nächsten Winter, um durchschnittlich 10% zu erhöhen.

Wir empfehlen unseren Gästen im April noch ihren Urlaub zu buchen.

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